Gräber mitten im Wald

Bei Mühringen

Sie suchen etwas bestimmtes?

Wusstest du schon, warum bei Mühringen mitten im Wald Gräber sind? Sie bilden den ältesten jüdischen Friedhof in Württemberg-Hohenzollern. Da Juden die ewige Totenruhe sehr wichtig ist, besteht er noch heute. Die älteste erhaltene Grabplatte ist aus dem Jahr 1697. Die jüdische Gemeinde durfte um 1550 ihren Friedhof nur dort, weit weg vom Dorf anlegen. 800 Grabplatten zeugen noch heute davon, wie bedeutend die Kultusgemeinde im Dorf einst war. Das Rabbinat zog einst Juden aus der ganzen Region an, die 1810 eingeweihte Synagoge fasste 500 Gläubige. Im Jahr 1854 lebten 512 Juden in Mühringen, fast die Hälfte der Bürger. Doch viele Juden verließen in den folgenden Jahrzehnten das Dorf; die Großstädte oder die USA versprachen ein besseres Auskommen. Um 1900 wohnten noch 130 Menschen jüdischen Glaubens im Ort, 1933 nur noch 45. Mit der Deportation der letzten Juden 1943 erlosch die Gemeinde. Die 1938 von den Nationalsozialisten verwüstete Synagoge wurde 1960 abgebrochen. Ein 1983 errichteter Gedenkstein am Aufgang zum Rathaus erinnert an sie.