Das „Essatrage“

Verpflegung für die Bergwerker unter Tage

Sie suchen etwas bestimmtes?

Wusstest du schon, was es mit dem „Essatrage“ auf sich hat? Das „Essatrage“ war bis in die sechziger Jahre des 20. Jahrhunderts ein stehender Begriff in Stetten. Er zeigt, wie sehr die Bergleute des Salzbergwerks früher unter Tage auf die Hilfe ihrer Familien angewiesen waren, um körperlich bei Kräften zu bleiben. Frauen oder Kinder gingen täglich und bei jedem Wetter am späten Vormittag den teils weiten Weg zum Salzbergwerk. Über dem Arm trugen sie alle einen zugedeckten Henkelkorb. Darin war das frisch zubereitete Mittagessen für ihre Männer, Brüder oder Väter, die in der Frühschicht im Bergwerk Steinsalz abbauten.

Pünktlich um 11.45 Uhr musste das warme Essen am Schacht stehen und wurde im Förderkorb in den 100 Meter tiefen Stollen gefahren. Während die Männer ihre Pause einlegten, kehren die Essenträgerinnen ins Dorf zurück. Der Brauch wirkt bis heute in der Dorfgemeinschaft nach: Der Stettener Narrenverein Salzschlecker hat den treu sorgenden Frauen mit einer eigenen Fußgruppe 1984 ein Denkmal gesetzt.