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Vom Zollernland in die weite Welt – die HzL verbindet

labw-6-412175-1Dort wo die Eyach in den Neckar mündet, verbinden sich die Gleise der Hohenzollerischen Landesbahn mit denen der Deutschen Bahn. Hier endet die knapp 30 Kilometer lange romantische Fahrt von Hechingen durch das enge Tal des Flüsschens, das bei Albstadt-Pfeffingen seine Quelle hat. Der Bahnhof Eyach, der bereits seit 1864 an der Bahnlinie von Rottenburg nach Tübingen steht, war für die Hohenzollerische Landesbahn idealer Anknüpfungspunkt, um entlang der Eyach die Querverbindung nach Hechingen herzustellen und das hohenzollerische Hinterland zu erschließen. Nach ihrer Gründung 1899 begann die „Actiengesellschaft Hohenzollern’sche Kleinbahngesellschaft“ mit dem Bau der Bahnstrecke. Am 17. Juni 1901 fuhr der erste Zug von Eyach nach Stetten. Nach über zehnjähriger Baupause wurde 1912 die Gleislücke von Stetten nach Hechingen geschlossen; an Heiligabend fuhr der erste Zug.

labw-6-412241-1Eyach war in der ersten Hälfte des Jahrhunderts vor allem für den Güterumschlag wichtig. Von dort wurden die CO2-Gase aus Kohlensäurevorkommen zwischen Bad Niedernau und Bad Imnau bis nach Stuttgart transportiert. Dort ging 1934 auch erstmals ein Dieseltriebwagen für den Personenschienenverkehr auf der HzL-Strecke an den Start und läutete das allmählich Ende der Dampfzugära ein. Die letzte Dampflok der Hzl ging 1970 in den Ruhestand. Zwei Jahre darauf beendet die HzL vorerst den Personenschienenverkehr zwischen Eyach und Haigerloch, im Jahr darauf zwischen Haigerloch und Hechingen. Ab 1973 setzte die HzL Linienbusse auf der Strecke ein. Der Endpunkt der Strecke in Hechingen spielte von Anbeginn an als Knotenpunkt im Eisenbahnverkehr der Region eine wichtige Rolle. Dort trifft die Line der HzL auf die Württembergische Bahn. Die HzL richtete deshalb in Hechingen 1909 die örtliche Betriebsleitung ein und steuerte ab 1933 das Unternehmen von dort aus. Unterhalb des bestehenden Bahnhofs der Württembergischen Zollernbahn erbaute die HzL einen eigenen Landesbahnhof. Von dort aus fahren Züge in die Richtungen Eyach und Gammertingen. Der Bau eines Verbindungsgleises von der Landesbahn zur DB-Strecke 1996/97 erleichterte Fahrten von Tübingen oder Balingen nach Gammertingen. Wer umsteigt, muss seither nicht mehr vom Landes- zum Bundesbahnhof laufen.

2008 wurde die Strecke zwischen Eyach und Hechingen für den Freizeitverkehr reaktiviert. Vom 1. Mai bis zum dritten Oktobersonntag verbindet seither ein moderner Regio Shuttle Eyach und Hechingen im Zweistundentakt und erschließt damit die touristisch wenig bekannte Gegend zwischen Schwarzwald und Schwäbischer Alb. Ein Relikt aus den Gründungstagen der Strecke sind die zwei Bahnhöfe in Hechingen und Eyach, wo die Hzl-Linie bei ihrer Erbauung auf die Strecken der Württembergischen Landesbahn stieß. Sind heute die Gleise auch miteinander verbunden, so ist in Eyach und in Hechingen nur ein kurzes Umsteigen auf weiterführende Züge nötig. Mehr zu Fahrplänen, Tarifen und Verbindungen unter www.naldo.de